Lauf in die Kindheit oder auch der Kampf der Gedanken

Ich kann es selbst noch nicht so richtig glauben. Aber ich bin heute tatsächlich eine Runde joggen gegangen! Meine persöhnliche Bedingung dabei war, wenn ich in meinen diversen Kleiderhaufen vor und in meinem Schrank, die kurze Sporthose und das zugehörige T-Shirt finde, so gehe ich eine Runde joggen. Wie du also folgern kannst habe ich tatsächlich die gesuchten Textilien gefunden.

iPod touch  aus der docking station genommen, Kopfhörer von meinem kleinen Bruder geklaut, die Laufschuhe meines Vaters angezogen (wie gut, dass er die selbe Schuhgröße hat) und schon konnte es losgehen.
Geradeaus, Rechts, gleich wieder Links, noch einmal Rechts und schon steht man vor dem Waldeingang. Meine Beine tragen mich noch stetig, allerdings ein sehr ungewohntes Gefühl, Muskeln die arbeiten müssen, Sachen gibt es!
Mit gemächlicher Musik von Aria Cafe del Mar, laufe ich den verwurzelten Weg der mich in den tieferen Wald bringt entlang. Mit jedem Schritt wird mir mehr bewusst, wie lange ich hier nichtmehr entlang gelaufen oder gegangen bin, zumindest nicht mit Verstand. Erinnerungen werden wachgerufen. Grundschule. Unterstufe. Der ehemalige beste Freund und ich, endlos sind wir mit unseren Mountain Bikes durch den Wald geprescht. Jeden Weg, jedes Versteck, jeden Baum, wir kannten einfach alles. Mit jeder Ecke verbinde ich ein anderes Ereignis. Da bei dem Stück von Jungwald haben wir uns durchs Dickicht geschlagen, auf der Suche nach dem vermeintlich abgehauenen Hund. Keine 50m weiter, dort an der Stelle wo jetzt die Brennesseln wuchern, ging früher die Abkürzung zum Hauptweg. Ich laufe inzwischen ein gutes aber normales Tempo, die Beine haben sich daran gewöhnt, nur mein Kopf noch nicht, obwohl ich von den Erinnerungen durchspült werde, wandern meine Gedanken immer wieder zu den körperlichen Zuständen. Bloß kein Seitenstechen bekommen. Wenn du jetzt Seitenstechen bekommst ist alles gleich vorbei. Mein Fuß fühlt sich komisch an, hätte ich doch andere, bequemere Socken anziehen sollen? Zuspät, es ist wie es ist. Denk nicht dauernd daran – ich tadel mich selbst.
Nächste Kreuzung ich beschließe die sogenannte Mittlere Runde zu laufen, für mich scheint diese Route als am passensten. Vielleicht sollte ich dazu erläutern, dass wir den Wald damals in feste Runden aufgeteilt haben. Je nachdem wie lang man unterwegs sein wollen kann ich verschiedene Wegmöglichkeiten aufsuchen, welche genau der jeweiligen Länge entsprechen. Ich entschied mich für mittlere Distanz – halb Schatten – halb Sonne. Wie in einem Reisebüro, welche Strecke hätten sie denn gerne? Darf der Weg auch etwas enger sein? Legen sie wert auf glatten Untergrund?
Wie auch immer, inzwischen habe ich einen guten Rythmus, habe meine Gedanken unter Kontrolle und komme rasch vorwärts. Einmal noch abgebogen und schon kommt die Kreuzung in Sicht welche für mich die Hälfte des Weges makiert. Gleichzeitig jedoch läuft man nichtmehr im Wald sondern am Waldrand entlang – Sonne! Bei 23°C Frühlingstemperatur, kommt einem plötzlich jeder Sonnenstrahl verdammt warm vor. Ich zwinge mich zu dem Gedanken, dass es nichts ausmacht und feuere mich selbst an – Du schaffst das!
Der Mund offen, Luft! Luft ist wichtig, regelmäßige Atmung ist wichtig! Ich spüre wie die Kondition langsam nachlässt. Es beginnt der Kampf. Die Musik tireliert fröhlich weiter in meinen Ohrmuscheln vor sich hin, bisher habe ich gar nicht wirklich darauf geachtet. Ein Chor singt kirchenähnliche Musik, plötzlich kommt man sich vor wie im Film. Ich sehe mich selbst von außen, wie er kämpft wie er versucht Meter für Meter weiter zu kommen und dabei zunehmend merkt wie die Kondition auf den Nullpunkt sinkt und das Luftholen immer schwieriger wird.
In der nächsten Sekunde ist der Gedanke wieder weg, viel eher fluche ich innerlich über die halbe Erkältung die mich letztes Wochenende ereilt hat, denn in meinem mit Luft aufsaugenden Mund sammelt sich zunehmend Speichel und man glaubt gar nicht wie schwer es sein kann diesen loszuwerden. Ich mach es kurz, ich schaffte es aus dem Sonnenteil, hatte mein Tempo bereits etwas gedrosselt, kaum bin ich aber wieder im Wald – Bumm Seitenstechen – juhu wie habe ich auf Dich gewartet!
Ich kapituliere, die Hand unter die Rippen gepresst höre ich auf zu laufen und gehe den Weg in Richtung Waldausgang. Die Stelle jedoch habe ich mir genau gemerkt. Innerlich stelle ich mir dir nächste Aufgabe – Morgen schaffst du es weiter!
Nach einer Weile geht es wieder, an einer markanten Stelle trabe ich wieder langsam an. Nach Hause.
Bald bin ich wieder auf der Straße. Kurz vor unserem weißen Haus mit bunten Punkten an der Fassade laufe ich aus und gehe in unseren Garten. Unzufriedenheit, der Gedanke an die Wette* – Liegestützen sind angesagt. Ich bin warm, ich schaffe 20 Stück, ich bin stolz, ich habe Gras an den Händen. Ich gehe hinein, ich spüre, ja ich war gerade joggen, innerlich – Morgen schaffe ich es weiter!

*die Wette: Es wird die Zeit kommen an der ich das Thema der Wette aufgreife.

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Aller Anfang ist schwer!

Der Blog,

definiert als Wortkreuzung aus dem englischen World Wide Web und Log: Weblog, Blog. Wie die Überschrift es bereits sagt, ist es meine Meinung, dass genau der erste Eintrag, wie dieser eben, genau der Schwierigste überhaupt ist. Ich meine was ist, wenn ich in einem halben Jahr oder Jahr auf diesen Eintrag zurücksehe und das einzige Gefühl was mich beherrscht, ist der Scham über diesen Greenhorn Eintrag?

Warum habe ich mich Entschlossen diesen Blog zu schreiben?

Blogs gehören zum Web 2.0 genauso wie Twitter oder Facebook, trozdem ist in meinem Bekanntenkreis das bloggen bei weiten nicht so beliebt. Die einzige Begegnung mit einem Blog machte ich zuletzt in der Serie How I met your Mother, dort bloggt der Frauenheld Barney regelmäßig. Durch den Hype auf die Serien gibt es Barneys Blog sogar in Wirklichkeit.
Tagebuch schreibt Heute doch keiner mehr, oder irre ich mich da? Ist ein Blog vielleicht nicht auch das virtuelle Tagebuch des 21. Jahrhunderts? Wenn ja, ist es ja gerade recht, dass ich eine Kategorie ‚Alltag‘ erstellt habe.
Um zum Punkt zu kommen, ich weiß nicht genau warum ich genau Jetzt mir einbilde einen Blog schreiben zu müssen. Es ist einfach eine Tagesidee, eine Überlegung, einfach Das was mich aktuell reizt. Und genau Das will ich hier auch publizieren. Meine alltäglichen Gedanken über Gott (auch wenn es keinen gibt) und die Welt.

Eklektizismus

Ein schönes Wort wie ich finde. Jedes mal wenn ich es lese oder auch nur versuche es zu sagen, stolpere ich als erstes über die beiden K’s. Schon alleine diese Tatsache, macht mir das Wort sympathisch.
Aber was bedeutet Eklektizismus, nun ich denke am besten liest sich jeder selbst die Wikipedia Definition durch. Ich denke außerdem, dass vielleicht jeder das Wort und seine Beschreibung ein bisschen individuell interpretiert.
Für mich bedeutet Eklektizismus, dass ich während ich durch die Welt, durch meinen Alltag gehe, alle Systeme, Stile oder auch Annahmen Überdenke und neu zusammen setzte. Sozusagen meine eklektizistische Weltanschauung. 🙂
Eklektizismus, ist also der perfekte Patron für meinen Blog.

Ich hoffe hiermit den ein oder anderen anzusprechen und bin sehr gespannt auf eure Meinungen. Kritik und Diskussionen gegenüber bin ich absolut offen! Ich freue mich auf die kommenden Tage, Wochen, Monate und Jahre 🙂
Euer
Eklektizist

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